YSI Plenary Budapest 2016

Weshalb haben sich der Finanzminister Deutschlands, Wolfgang Schäuble, und der ehemalige Finanzminister Griechenlands, Yanis Varoufakis, anscheinend nicht verstanden?
Aus unserer Sicht fehlt beiden ein gemeinsames „makroökonomisches“ Paradigma, das für gegenseitiges Verstehen hilfreich wäre; beide beziehen sich auf unterschiedliche, unvereinbare Traditionen der Erklärung von „Wirtschaft“: Schäuble (bzw. seine Berater) glauben letztendlich ans neoklassische Paradigma, das bereits in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre gescheitert war dessen Unfähigkeit zur Erklärung von Finanzkrisen seit 2008 erneut offenbar geworden ist. Varoufakis bezieht sich auf die Tradition von Keynes, die die Neoklassik nach WK II ersetzte, aber ab Mitte der 70er wieder zugunsten der alten Neoklassik verdrängt wurde.

Auf dem Weg zu einem solchen neuen Paradigma, das beide Sichtweisen integrieren können soll, „YSI Plenary Budapest 2016“ weiterlesen

Legal Institutionalism: die Dialektik des Rechts

Vorbemerkung

Nehmen sie sich Zeit diesen Text in Ruhe und gegebenenfalls auch mehrmals zu lesen. Der Text kann unter Umständen schon dadurch herausfordernd zu lesen sein, da Begriffe unterschiedlicher Fachbereiche Verwendung finden, deren Bedeutung nicht immer der Alltagsverwendung dieser Begriffe entspricht, so sie überhaupt im Alltag Verwendung finden. Weil der Text zudem lang ist, beginnen wir mit einer inhaltlichen Zusammenfassung.

Zusammenfassung

Die EU und die Eurozone sind in einer tiefen Krise. Die orthodoxe und heterodoxe Ökonomie ebenfalls. Während in der orthodoxen, neoklassischen Ökonomie Geld keine Rolle spielt und deshalb auch Finanzkrisen nicht erklärt werden können, haben die (heterodoxen) Postkeynesianer in dieser Hinsicht mehr zu bieten. Aber der heterodoxen Ökonomie insgesamt fehlt ein gemeinsames Paradigma. Es fehlt auch ein systematisches, präzises rechtliches Fundament, ohne das die verschiedenen Ebenen der institutionellen Fehlkonstruktionen der Eurozone und der EU nicht erkannt und deshalb auch nicht behoben werden können. „Legal Institutionalism: die Dialektik des Rechts“ weiterlesen

Marx, Stützel und Neue Europäische Politische Ökonomie

Neuer Kommentar von Wolfgang auf guthabenkrise.de, passend zum 1. Mai, der nicht etwa der „Tag der Arbeit“, sondern der Tag der Internationalen Arbeiterbewegung ist:

Den unteren 95% sind Theorie, Orientierung und Organisation abhanden gekommen, seit 1989 lassen sie sich vom liberalen ideologischen Gegner in die Orientierungs- und angebliche Alternativlosigkeit und Vereinzelung hineinreden. Am ersten Mai 1886 kämpfte die nordamerikanische Arbeiterbewegung für eine Beschränkung der täglichen Arbeitszeit auf 8 Stunden.

Am 1. Mai 2016 kämpft in den USA Bernie Sanders für die Präsidentschaftskandiatur, „Marx, Stützel und Neue Europäische Politische Ökonomie“ weiterlesen

WINIR Symposium 2016 on Property Rights

Nicolas und ich (Wolfgang) haben letzte Woche in Bristol beim 2016er Symposium des World Interdisciplinary Network for Institutional Research einen ersten Entwurf unseres Paradigmas für eine Neue Europäische Politische Ökonomie vorgestellt.  Thomas Weiss hat uns begleitet und unsere Präsentationen aufgezeichnet (und auch rege an der Diskussion teilgenommen).

Ihr könnt beide jeweils 20-minütigen Präsentationen hier anschauen:

„WINIR Symposium 2016 on Property Rights“ weiterlesen

Herrschaft zu etablieren ist einfach…

man muss lediglich genügend Gewaltmittel aufbringen, alle Untertanen unterdrücken und mindestens so viel aus ihnen herauspressen wie für den Erhalt der Regierung zwingend notwendig ist.
Freiheit zu etablieren ist sogar noch einfacher: man gibt die Herrschaft zur Gänze auf und überlässt die Untertanen sich selbst.

Einen freiheitlichen, demokratischen, sozialen Rechtsstaat zu errichten und als solchen erhalten zu wollen, heißt hingegen sich mit der Dialektik der Freiheit auseinander zu setzen. „Herrschaft zu etablieren ist einfach…“ weiterlesen